Blue Mountains
Experienced walkers only oder lost in the Blue Mountains
Die Blue Mountains sind ein Gebirge etwa 60 km westlich von Sydney. Nach einer Woche bruetender Hitze in Sydney wollten wir uns gemaessigtes Klima und frische Luft goennen. Also auf in die Blauen Berge, die so genannt werden, weil manchmal ein blaeulicher Schimmer ueber ihnen liegt, der entsteht, wenn das Oel von Eukalyptusbaeumen von deren Blattoberflaeche verdunstet. Und Eukalypyus macht den groessten Teil der Vegetation in den Blue Mountains aus.
Unser Ziel sollte Katoomba sein, in dessen Naehe sich auch die Three Sisters, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Blue Mountains, befinden.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir am beruehmten Echo-Point angekommen, von dem aus man eine wahnsinns Sicht auf die Berge hat. Ein echtes Spektakel, dass ausser uns leider auch jede Menge anderer Touristen bestaunen wollten. Einer von ihnen war zu unserem Glueck ein netter Schweizer, mit dem wir uns fuer den naechsten Tag verabredeten, um die Blue Mountains unsicher zu machen. Wer am Ende wen unsicher machen wuerde, sollte sich allerdings noch herausstellen.
Mit jeder Menge Wasser und einer abgenutzten Wanderkarte machten wir uns am naechsten Morgen munter auf den Weg. Nachdem wir schon 15 Minuten brauchten, um die richtige Richtung vom Bahnhof in die Berge zu finden, haetten wir uns allerdings zum ersten Mal fragen sollen, ob uns die Karte wirklich sicher wieder nach Hause bringen wuerde.
Der erste Teil des Weges fuehrte uns ueber unzaehlige Stufen zu glasklaren Wasserfaellen. Wahnsinns Aussichten - den Blick immer auf die bezaubernde Landschaft gerichtet. Doch irgendwann waren immer weniger Menschen zu sehen, der Weg wurde beschwerlicher und dann das Schild “Experienced walkers only”. So war das nicht geplant. Ploetzlich mussten wir an Seilen kleine Felswaende rauf und runter klettern und Wege suchen, die uns zum Ziel fuehren sollten.
Der einzige Anhaltspunkt, den wir auf der Karte noch erkennen konnten, eine Bruecke, wurde uns allerdings auch zum Verhaengnis. Was die Karte naemlich nicht wusste: diese Bruecke war eingestuerzt und nicht passierbar. Also umkehren und weitersuchen. Unser anfaenglicher Abenteuerdrang vermischte sich mit Ungewissheit und Ratlosigkeit. Wir waren nicht mehr wirklich zum Spassen aufgelegt und unser Wasservorat neigte sich dem Ende zu.
Der letzte Apfel wurde durch drei geteilt und ein Ankommen war immernoch nicht in Sicht. Ausserdem liessen die Kraefte langsam nach. Immerhin waren wir schon fuenf Stunden unterwegs. Nach diesen fuenf Stunden und mehreren Litern Wasser blieben dann bestimmte Beduerfnisse leider auch nicht aus. Das auch noch. Manchmal waere es so viel einfacher ein Mann zu sein.
Immerhin wurden wir vor unserem Australientrip mehrfach vor giftigem Kriechgetier gewarnt. Da setz ich mich doch nich in Busch!!! Und keine public toilet in Sicht. Wir konnten das Problem zwar loesen, aber schoen ist was anderes!!! Und dann wussten wir ja auch immernoch nicht, wie lange wir noch brauchen wuerden, um die Strasse zu erreichen, von der wir wenigstens Gott sei Dank schon Autos hoeren konnten. Auf den letzten Wegweiser “Relax Area 3 km” konnten wir uns ja offensichtlich nicht verlassen.
Wir brauchten tatsaechlich zwei weitere Stunden, bevor wir wieder Menschen getroffen haben. Die ersten Wanderer, denen wir dann wieder begegnet sind, muessen uns fuer verrueckt gehalten haben, als wir ihnen freudestrahlend voellig erschoepft fast um den Hals gefallen sind. Aber wir waren echt erleichtert:
Die Blue Mountains sollten doch nicht unser letztes Reiseziel gewesen sein. We will survive…
So schoen, wie wir den Sonnenuntergang am vorherigen Abend auch fanden, fuer den heutigen Tag hatten wir genug von Bergen. Wir wollten nur noch ins Hostel und ganz schnell diese gottverdammte Karte los werden.
Mit etwas Abstand betrachtet, kann ich trotzdem sagen, dass dieser Trip super war. Spannungsgeladen aber mit happy ending. Die Blue Mountains sind auf jeden Fall einen Abstecher wert. Kuemmert euch nur um die richtige Wanderausruestung!

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