Hostel Australien
Leben in einem Hostel
Als Backpacker ist es nicht nur unter finanziellen Aspekten günstig seine Unterkunft in einem Hostel zu suchen. Neben dem Geld das man sich sparen kann, lernt man so auch noch viele Menschen aus aller Welt kennen, bekommt über die Herberge hinaus oft noch Vergünstigungen in Bars, Kneipen und Restaurants und hat zudem die Möglichkeit seine Reise sehr spontan zu gestalten, da Hostels nur in den seltensten Fällen im Voraus gebucht werden müssen. (Es sei denn man plant, über bedeutende Feiertage, wie Weihnachten oder Silvester in bekannten Städten wie Sydney oder Melbourne einen Schlafplatz zu finden).
Entschließt man sich also für längere Zeit als Backpacker zu reisen und die Nächte in Hostels oder Backpackers zu verbringen, darf man sich auf eine Menge Spaß freuen, aber evtl. auch auf die ein oder andere nervende Kleinigkeit einstellen.
Um einen kleinen Überblick zu geben, wodurch sich das Hostelleben so besonders aufregend, aber manchmal auch etwas nervig gestaltet, hier einmal ein paar Beispiele zu den Vor- und Nachteilen, die sich mit der Zeit ergeben.
Der Grund dafür, warum die Übernachtungen in Hostels so günstig sein können, ist die Tatsache, dass man sich mit mehreren Personen ein Zimmer teilt.
Meist schläft man in Hochbetten. Der, aus normalen Hotels, gewohnte Komfort fehlt in den meisten Backpacker-Hostels: keine Kleiderschränke, oft kein Bad auf dem Zimmer, Kühlschrank gibt es nicht überall und die Fernseher bringen häufig kein klares Bild zu Tage.
Daraus können sich des Öfteren Anlässe zu kleinen Streitigkeiten mit Zimmergenossen ergeben. So kann es leicht einmal passieren, dass man bereit für die Dusche, nur mit einem Handtuch umwickelt, mitten auf dem Flur steht und in kein Bad kann, da alle besetzt sind.
Man sollte daher immer entsprechenden Wartezeiten in seine tägliche Zeitplanung mit einkalkulieren. Oder man verstaut sein Essen in einem der großen Gemeinschafts-Kühlschränke in der Küche und am nächsten Tag muss man feststellen, dass von der frisch gekauften Flasche Milch jede Spur fehlt und das leckere, teure Glas Nutella nur noch gähnende Leere vorzuweisen hat.
Durch den Mangel an Kleiderschränken sollte man sich an den Gedanken von einem Leben im permanenten Chaos gewöhnen. Selbst wenn man selbst darum bemüht ist, seine Sachen einigermaßen zusammen zu halten, stolpert man immer noch auf dem Weg in und aus dem Zimmer über die tausend herumliegenden Taschen und Rucksäcke der lieben Mitbewohner.
An wirklich langen Hostel-Tagen kann es auch mal kleine Unstimmigkeiten über das Fernsehprogramm geben, doch ehrlich gestanden ist dies eher selten der Fall- denn wer will schon in einem Land umgeben von Meer und Sonnenschein vor dem Flimmerkasten liegen.
Einer der häufigsten Gründe für schlechte Stimmung unter Zimmergenossen ist wohl die nächtlich Ruhestörung jeglicher Art. Nichts ist schlimmer als eine penetrant störende Lärmkulisse, wenn man versucht eine Mütze Schlaf zu bekommen. In diesem Falle sollte man in einem Hostel nicht zu viel Rücksicht von seinen Mitmenschen erwarten.
Der eine schnarcht, der andere bringt seine neueste Eroberung mit zurück aufs Zimmer ins Bett, wieder andere entschließen mal eben eine mega Balkon-Party mit Gästen aus dem ganzen Hostel zu schmeißen, während du eigentlich nur ausgeschlafen zu deinem Vorstellungsgespräch am nächsten Tag erscheinen willst.
In solchen Situationen wünscht man sich sicherlich das ein oder andere Mal die Ruhe und Gemütlichkeit seiner eigenen vier Wände im entfernten Zuhause herbei. Nichts desto trotz, darf man sich von diesen Momenten nicht die Laune verderben lassen. Mit einer gehörigen Portion Humor lässt sich all das und noch viel mehr durchstehen.
Es darf hier nicht der Eindruck entstehen das Hostel Dasein wäre eine einzige Tortour. Ganz im Gegenteil, man darf nämlich nie vergessen, wie viel Spaß ein solches Leben auch mit sich bringen kann.
Man lernt Leute aus aller Welt kennen, beim Zusammenleben auch deren Mentalitäten, Gerichte und Traditionen. Es macht irrsinnigen Spaß miteinander zum Supermarkt zu gehen und für das gemeinsame Abendessen einzukaufen.
Man sitzt zusammen und spielt Karten oder Gitarre, singt und lacht. Ein gemeinsamer Abend bei einem oder gerne auch mehreren Gläsern Wein im Courtyard bleibt unvergessen. Auch wenn man mal den ganzen Tag nichts vorhat, als auf der faulen Haut zu liegen, findet man immer ein paar Bekannte, mit welchen man dieses Vorhaben in die Tat umsetzen kann.
Oder es schließen sich spontane Interessensgruppen zusammen und so bürgert sich z.B. am Sonntag ein mittägliches Fußballspiel ein. Gerade wenn man allein reist, ist die Entscheidung für ein Leben im Hostel genau das Richtige. Denn hier ist es keine Schwierigkeit einen Begleiter und Weggefährten für die weitere Reise zu finden.
Aber auch der Erfahrungsaustausch ist ein entscheidender Vorteil eines Lebens unter Gleichgesinnten. Denn unter diesen ist garantiert mindestens eine Person dabei, die den Ort oder die Gegend schon bereist hat, welche bei einem selbst als nächstes Ziel auf der Routenplanung steht. So kommt man automatisch, ohne große Anstrengung an prima Tipps, die jede Tour nur besser werden lassen.
Ist man lange von Zuhause weg, können die Menschen im Backpacker schnell zu einem Art Familienersatz werden. So lässt sich auch ein Weihnachten am anderen Ende der Welt spielend aushalten. Eines steht fest: mit dem Reisen durch unterschiedliche Hostels können richtige Freundschaften entstehen und sich entwickeln- und wer weiß, vielleicht führt einen die nächste Reise zu einer dieser Bekanntschaften in eine ganz andere Ecke dieser schönen Erde.

