Jobsuche Australien
Australien ist seit einigen Jahren bei jungen Deutschen ein heißer Tipp für einen längeren Auslandsaufenthalt als Backpacker. Besonders interessant ist dabei, dass Inhaber eines Working Holiday Visums völlig legal eine Erwerbstätigkeit aufnehmen dürfen, um sich damit den Aufenthalt zumindest teilweise zu finanzieren.
Für Backpacker, die Einnahmen aus einer gelegentlichen Erwerbstätigkeit fest in ihr Budget einplanen, steht die Suche nach einem Job auf der Prioritätenliste also ziemlich weit oben. Die Erfahrungsberichte von ehemaligen Backpackern, die das Land vor einigen Jahren bereist haben und sich mit Gelegenheits- und Aushilfsjobs über Wasser halten konnten, sind durchweg positiv und so gab es eigentlich keinen Anlass zu finanziellen Sorgen.
Aber auch im schönen Australien läuft nicht immer alles ganz so sorgenfrei ab. So müssen viele Backpacker inzwischen feststellen, dass die Jobsuche, die von zu Hause noch so einfach aussah, inzwischen eine wahre Herausforderung geworden ist. Wer einen längerfristigen Aufenthalt in Australien plant, sollte die finanziellen Reserven somit grundsätzlich so bemessen, dass sie für den gesamten Aufenthalt, und nicht nur für die ersten Wochen reichen.
Mit etwas Glück und passenden Jobs müssen die Reserven nicht angeknabbert werden, aber mit weniger Glück ist dann zumindest sichergestellt, dass aus dem Traum von Australien kein Albtraum wird.
Wie schon erwähnt, war die Suche nach Gelegenheits- und Aushilfsjobs in den vergangenen Jahren wesentlich entspannter. Aber warum hat sich die Situation nun so verändert? Dafür gibt es zumindest zwei Gründe:
- Die globale Krise hat Australien als Exporteur von Rohstoffen voll erwischt und nach vielen Jahren des Wirtschaftsbooms musste die allgemeine Euphorie einem heftigen Katzenjammer weichen. Viele Australier haben ihre lukrativen Jobs verloren, müssen nun selbst mit Gelegenheits- und Aushilfsjobs über die Runden kommen und besetzen damit viele der typischen Backpacker-Jobs. Selbst die anstrengenden und schlecht bezahlten Jobs als Erntehelfer werden inzwischen vermehrt von Australiern besetzt.
- Nach jahrelangen Erfahrungen mit Backpackern haben sich bei australischen Arbeitgebern diverse Vorurteile verfestigt: Ganz allgemein gelten Backpacker als unzuverlässig und unmotiviert. Wer dann auch noch als Kontaktadresse ein Hostel angibt und selbst mit Minimalenglisch völlig überfordert ist, erfüllt alle Klischees. Darüber hinaus haben sich zumeist wenig schmeichelhafte nationaltypische Merkmale eingeprägt, wobei wir Deutsche mit „pünktlich, ordentlich, verwöhnt“ noch ganz gut im Rennen liegen.
Aber trotz allem: Für Backpacker mit besonderen Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen, die auch über Zeugnisse und Referenzen nachgewiesen werden können, die zudem noch über sehr gute Englischkenntnisse verfügen und selbstbewusst auftreten, sind die Perspektiven für die Jobsuche nach wie vor gut. Und dem Ein oder Anderen wird es vielleicht so gut in Australien gefallen, dass die Rückkehr nach Deutschland erst einmal verschoben wird.

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